Unerfüllter Kinderwunsch:

Die Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch sind vielfältig.

Eine Störung der Schilddrüsenfunktion gehört inzwischen

zu den häufigeren Ursachen. Viele Frauen mit einer latenten

(versteckten) Hypothyreose (Unterfunktion) fühlen sich nicht

krank, sie werden aber nicht bzw. nur erschwert schwanger.

Darüber hinaus besteht Uneinigkeit bezüglich des TSH-Werts,

der auch bei einer Höhe von 4,0µIU/ml noch als 'normal'

angesehen wird. Für eine Frau, die schwanger werden will,

sollte der Wert aber unter 2,0µIU/ml liegen. Darüber hinaus

gibt es Frauen, die erst mit einem erniedrigten TSH-Wert

schwanger werden können. (Ich habe mehrere Patientinnen,

die nur mit einem eindeutig erniedrigten TSH-Wert schwanger

wurden, wobei sie klinisch und peripher aber eindeutig euthyreot

waren. – Natürlich sind meine Patentinnen nicht repräsentativ,

denn ich betreue ja nur Problemfälle. Trotzdem ist die Zahl so

hoch, dass man nicht mehr von ‚Ausnahmen‘ sprechen kann.)

 

Dass Frauen mit einer Schilddrüsenfunktionstörung nicht so ohne Weiteres schwanger werden, ist inzwischen bekannt. Aber auch bei Frauen, die als schilddrüsengesund eingestuft werden, kann deren Fertilität durch eine gezielte Behandlung mit Schilddrüsenhormonen gesteigert werden. Es hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Die These, dass man nur den TSH-Wert so beeinflussen muss, dass er im Normbereich liegt, ist falsch, denn dies reicht nicht aus. Die Einstellung der Schilddrüsenfunktion muss subtiler durchgeführt werden. – Es ist insbesondere der Wert für FT3, der bei der Follikelreifung eine bedeutende Rolle spielt (siehe: Kinderwunsch bei PCO)

 

Inzwischen wurden im Uterus (Gebärmutter) TSH-Rezeptoren

nachgewiesen über deren Sinn und Funktion bisher keine sicheren

Erkenntnisse vorliegen. Die Tatsache aber, dass im Uterus

TSH-Rezeptoren nachgewiesen worden sind, zeigt jedoch, dass

eine Beziehung zwischen der Fertilität und der Schilddrüsenfuktion

besteht. Diese Beziehung besteht auch bei gesunden Frauen(1*).

 

Auch gesunde Frauen sind nicht in jedem Monat gleich fertil. Es gibt

vielmehr Monate, in denen Frauen fertiler sind als in anderen. In

vielen Familien haben die Mitglieder Geburtstage, die nahe beieinander

liegen, was m.E. belegt, dass es in diesen Familien 'Fertilisations-

Höhepunkte' gibt. Wenn ein unerfüllter Kinderwunsch vorliegt, sollte

dies berücksichtigt werden.

 

Und es sind nicht nur die Frauen, deren Fertilität durch L-Thyroxin gesteigert wird: In einer experimentellen Studie konnte nachgewiesen werden, dass nach Anreicherung mittels „Swim-up“  die Ausbeute beweglicher Spermien nach Thyroxin-Behandlung des Spermas signifikant höher als in der Kontrollgruppe war(2*).


 

1*(Front Endocrinol (Lausanne). 2012; 3: 50. Published online 2012 Mar 30. doi:  10.3389/ fendo.2012.00050 PMCID: PMC3355884)

2 *(MENDELUK, G.R.; ROSALES, (M.University of Buenos Aires, all Buenos Aires, Argentina) Intern J of Fertility and Sterility, 10: 208-214 (2016))

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