Therapie des Morbus Basedow:

Therapie der Wahl ist die Behinderung der Hormonproduktion mit einem Thyreostatikum. Bei gutem

Erfolg kann zunächst (z.B. 18-24 Monate lang) medikamentös behandelt werden. Danach ist ein

Auslassversuch angezeigt.

Der Erfolg ist aber nicht garantiert: Bei Komplikationen (Unverträglichkeit des Thyreostatikums,

Herzrhythmusstörungen, die sich durch die Therapie nur ungenügend beeinflussen lassen, Schwellung

der Augen im Sinne einer endokrinen Orbitopathie) sollte definitiv saniert werden. Auch bei Rezidiven

sollte eine definitive Sanierung diskutiert werden.

Manchmal ist es kompliziert: Bei Kombination mit einer Hashimoto-Thyreoiditis kann eine Euthyreose,

ja sogar eine Hypothyreose vorliegen, obwohl die Erkrankung (erhöhter TSH-Rezeptor-Autoantikörper)

noch aktiv ist. Dann kann eine Kombination des Thyreostatikums mit L-Thyroxin zum gewünschten Behandlungserfolg führen. Ähnlich ist es bei einer euthyreoten Stoffwechsellage und einer endokrinen Orbitopathie. Bei einer Kombination von M. Basedow mit einer Autonomie (Marine-Lenhart-Syndrom) ist eine definitive Sanierung häufig die einzige vernünftige Alternative.

Eine definitive Therapie ist mit einer Operation oder einer Radiojodtherapie (RJT) möglich. Die RJT ist schonender als die OP und hinterlässt auch keine Narben. Der Nachteil ist aber, dass die Antikörper gegen TSH-Rezeptoren zunächst noch hoch bleiben. Manchmal kann sich bei dieser Therapie eine endokrine Orbitopathie verschlimmern, manchmal entwickelt sie sich erst jetzt. Nach dieser Therapie nehmen nicht wenige Patienten an Gewicht zu. Nach einer Operation kommt es nicht so häufig zu einer Gewichtszunahme.

Nach einer definitiven Sanierung ist (meist) eine dauerhafte Substitution von Schilddrüsenhormonen erforderlich, da sich sonst eine Hypothyreose einstellen würde.

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