Schilddrüsenkarzinom

 

Schilddrüsenkarzinome sind relativ selten. Sie betreffen aber auch junge Menschen, und insbesondere junge Frauen. Die Häufigkeit hat etwas zugenommen, was auch durch die bessere Diagnostik zu erklären ist. Bei ca. 80-90% handelt es sich um das papilläre Schilddrüsenkarzinom mit sehr guter Überlebenschance bei angemessener Behandlung. Auch beim zweithäufigsten follikulären Schilddrüsenkarzinom leben nach 10 Jahren noch 80% der Erkrankten. An dieser Stelle will ich keine vollständige Darstellung der Erkrankung und der Behandlung vornehmen. Auch auf extrem seltene Formen will ich nicht eingehen. In Ergänzung zu dem, was man im Internet findet, möchte ich aber feststellen, dass auch junge Frauen, nachdem sie wegen eines hochdifferenzierten papillären Schilddrüsenkarzinoms therapiert worden sind, schwanger werden können und ihre Kinder großziehen können. Mir sind mehrere bekannt, bei denen nichts mehr von der Erkrankung zu finden ist, sie werden vermutlich sehr alt werden..

 

Bei der sehr guten Prognose sollte man auch nicht jeden Knoten sofort verdächtigen und abklären. Es gibt leider keine sicheren Zeichen der Bösartigkeit. Selbst Experten geben bei der Ultraschalluntersuchung unterschiedliche Einschätzungen ab. Die Durchblutung eines Knotens, seine Elastizität, seine Abgrenzbarbeit, sein Strukturbild und eventuelle kleine Verkalkungen bieten zwar Hinweise auf die Dignität eines Knotens, sie sind aber nicht beweisend. Selbst eine gelungene Feinnadelbiopsie liefert nicht mit Sicherheit die 'Wahrheit'. Und mir sind leider auch verstümmelnde Maßnahmen bei letztendlich gutartigem Befund bekannt. Hier ist die Erfahrung des Schilddrüsenexperten von großer Bedeutung, auch, wenn sie nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

 

In der Summe: Man sollte jeden Schilddrüsenknoten ernst nehmen aber nicht gleich in wilden Aktionismus verfallen. Eine erneute Untersuchung in 6 Monaten zeigt häufig, ob es sich um 'harmlose', stabile Befunde handelt oder weiterhin mit gefährlichen Möglichkeiten gerechnet werden muss. Selbst bei einer 'verpassten' Diagnose hat sich die Prognose nach einem Jahr im Regelfall nicht verändert.

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