Hashimoto-Thyreoiditis

 

Die häufigste Ursache einer latenten Hypothyreose ist die Thyreoiditis Hashimoto. Während ich vor 40 Jahren in meiner Schilddrüsen-Ambulanz nur alle 3 Monate einmal diese Erkrankung sah, haben jetzt ca. 70% meiner Patienten diese Erkrankung, teilweise mit und teilweise ohne Erhöhung der Antikörper gegen Thyreoidea-Peroxidase (Anti-TPO).

 

Die Thyreoiditis Hashimoto ist keine Erkrankung der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist vielmehr das Opfer und Zielorgan eines nicht mehr in der Balance befindlichen Immunsystems. Dieses produziert Antikörper, die gegen die wandständige Thyreoidea-Peroxidase gerichtet sind (Anti-TPO).

 

Solange diese Antikörper nur in der Schilddrüse wirksam sind, können sie nicht im Blut nachgewiesen werden. Der fehlende Nachweis von Anti-TPO schließt eine derartige Erkrankung also nicht aus. Werden sie aber im Überschuss gebildet, können sie im Blut nachgewiesen werden.

 

Gemeinhin wird angenommen, dass die Diagnose dann gesichert ist. Allerdings gibt es Patienten mit hohen Werten von Anti-TPO, die eine normale Schilddrüsenfunktion haben. Ob diese Patienten behandelt werden sollen, wird von den Thyreodologen (= Ärzte, die sich auf Erkrankungen der Schilddrüse spezialisiert haben,) unterschiedlich beantwortet.

 

Das früheste Zeichen einer Hashimoto-Thyreoiditis ist ein grobes echoarmes Ultraschall-Muster. Wenn dieses ‚typisch‘ ist, dann kann die Diagnose schon bei der Ultraschall-Untersuchung (im Zusammenhang mit den Beschwerden) gestellt werden.

 

Ultraschallbild eines

Schilddrüsenlappens

gesund und mit Thyreoiditis:

Die Thyreoiditis Hashimoto gibt es in 2 Formen: Die von Hashimoto 1912 beschriebene Form belässt der Schilddrüse ihre Größe. Eine etwas andere 'atrophe' Form ist unter dem Namen "Gull's disease" bekannt. Hierbei werden die Schilddrüsenzellen von Leukozyten zum 'Selbstmord' überredet. Dieser Zelluntergang wird als Apoptose bezeichnet. Die Schilddrüse wird bei dieser Verlaufsform kleiner und ist schließlich kaum noch sichtbar.

Bei der ersten Form ist eine Behandlung zu Beginn nicht zwingend erforderlich (m.E. aber anzuraten), bei der atrophen Verlaufsform ergibt sich relativ schnell eine Substitutionsbedürftigkeit. Ob therapiert wird oder nicht, sollte nicht von den Blutwerten abhängig gemacht werden, sondern von den Beschwerden: Ein Arzt sollte die/den Patientin/Patienten und nicht die Werte behandeln!

Weitere Informationen über:  http://news.doccheck.com/de/200321/der-hashimoto-laeuft-sich-warm/

Die

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